THERAPIE-ANGEBOT

Wie leben wenn der Partner Krebs hat?

Gruppe für Angehörige von Menschen die an Krebs erkrankt sind

Mittlerweile ist es bekannt, dass bei diesen Schwersterkrankungen nicht nur der Patient, sondern das ganze System (sprich: die Angehörigen) in Mitleidenschaft gezogen und somit betroffen sind. Daraus folgt, dass nicht nur der Patient Hilfe braucht, sondern auch die Angehörigen. In dieser Gruppe wird Raum sein für die spezifischen Probleme und Herausforderungen der Angehörigen bzw. Helfer von Schwersterkrankten.

 

Zunächst einmal ist es oft so, dass Angehörige sich nicht sofort solche Möglichkeiten einer Gruppe von Menschen, die ähnliches erleben, zunutze machen, sondern es vergeht viel Zeit, in der unnötigerweise Schaden angerichtet und viel sinnloser Schmerz ausgehalten wird. Nach etwa 2 bis 3 Monaten des Sorgens für den Erkrankten wird nämlich allmählich ein besonders heim-tückisches Problem erkennbar. Die äußeren, handgreiflichen, sichtbaren Aspekte der Fürsorge sind relativ leicht zu bewältigen. Man teilt sich, wenn man kann, seine Arbeit anders ein, gewöhnt sich an das Kochen, Waschen, Putzen oder was sonst notwendig sein mag zur Versorgung des geliebten Menschen: Man fährt ihn zum Arzt, hilft mit den Medikamenten und verschiedenen Therapieentscheidungen und so weiter. Zwar kann auch das bereits schwierig sein, aber wenigstens liegen die Lösungen klar auf der Hand, man nimmt die zusätzliche Arbeit entweder selber auf sich oder sorgt dafür, dass jemand anderes sie tut.

 

Den geliebten Partner zu begleiten, wenn dieser seine Gefühlsachterbahn fährt bei fortschreitender Erkrankung, zähle ich zum inneren, nicht sichtbaren Aspekt von Fürsorge. Dieser wird oftmals in seiner Auswirkung sehr unterschätzt, er ist schwieriger und wirklich heimtückisch für den Helfer, denn für ihn entsteht seelischer Druck, der sich jetzt allmählich aufbaut. Der Helfer weiß, dass alle seine Probleme, wie viele es auch sein mögen, Lappalien sind gegen die lebensbedrohende Krankheit des geliebten Menschen. Also spricht er einfach nicht davon, wochenlang, monatelang. Er hält seine Gedanken und Gefühle unter Ver-schluss und möchte den geliebten Menschen nicht beunruhigen und ihm seine Lage nicht noch mehr erschweren; und er sagt sich immer wieder Sätze wie: “Na wenigstens habe ich keinen Krebs oder Gott sei dank bin ich nicht depressiv und lebensmüde; meine eigenen Probleme können nicht so schlimm sein.”

 

Das geht ein paar Monate so, je nach Veranlagung, dann dämmert es einem allmählich: Die Tatsache, dass meine Probleme klein sind, etwa im Vergleich zu Krebs, erledigt sie nicht, sie werden sogar schlimmer, denn jetzt sind es eigentlich 2 Probleme: Das ursprüngliche Problem und dann die Tatsache, dass man es nicht äußert und daher auch keine Lösung dafür finden kann. Die Probleme schwellen an, allmählich wird man ein bisschen komisch. Wer introvertiert ist, bekommt kleine Zuckungen, wird kurzatmig, Angst kriecht in ihm hoch, er lacht zu laut, trinkt ein Bier mehr als sonst. Wer extrovertiert ist , explodiert plötzlich auf nichtige Anlässe hin, bekommt Wutanfälle, stürmt aus dem Zimmer, wirft mit Gegenständen, trinkt ein Bier mehr als sonst.

 

Zorn, Groll und Bitterkeit schleichen sich unweigerlich ein - und schreckliche Schuldgefühle, dass man überhaupt solche Gefühle hat. Solche Gefühle sind aber unter den gegebenen Umständen völlig normal und natürlich. Ich fände es sogar bedenklich, wenn ein Helfer sie nicht gelegentlich hat. Und man wird mit ihnen am besten fertig, wenn man über sie redet und ihnen damit einen angemessenen Raum gibt. Ich finde dies ist die einzige Lösung.

 

Hier nun beginnt die öffentliche Seite der seelischen Schwierigkeiten eines Helfers. Man kommt zur Einsicht, dass man reden muss; aber mit wem? Der Kranke ist vermutlich nicht der beste Gesprächspartner, denn häufig “ist” er/sie ja das Problem des Helfers, bedeutet eine schwere Belastung für ihn: auch möchte man dem Kranken kein schlechtes Gewissen machen, man möchte ihm nicht den schwarzen Peter zuschieben, auch wenn man ihm vielleicht übelnimmt, dass er krank geworden ist.

 

Eine Gruppe von Menschen, die ähnliches erleben, ist bei weitem der beste Ort, sich auszusprechen und für sich Klärungen zu bekommen; in dieser schwierigen Zeit, in der sowohl der Kranke als auch der Helfer sich diesen existenziellen Herausforderungen seines Lebens stellen muss, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art. Die Gruppe kann Trost geben, das Gefühl, nicht alleine, nicht verkehrt zu sein mit seinen Gefühlen und kann unterstützend wirken bei der Bewältigung von Belastungen, die die Betreuung und Begleitung von Schwersterkrankten mit sich bringen.

 

 


Termine in Wiesbaden

Montag 23.04.2018    19.00 - 21.00 Uhr

Montag 03.12.2018    19.00 - 21.00 Uhr


Termine in Rossdorf

Donnerstag 15.03.2018    19.00 - 21.00 Uhr

Donnerstag 17.05.2018    19.00 - 21.00 Uhr

Donnerstag 25.10.2018    19.00 - 21.00 Uhr


Kosten pro Abend: 30 €

Bitte Stift, Block, Yogamatte oder bequeme Unterlage und Decke, kleine Kissen mitbringen.


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Michaela Beer-Mann unter Tel.: 06154-5109514, Mobil: 0151-16612462, E-Mail: michaela@touching.de


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